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Stand:

   20.7.2009

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Bausätze   und   Kunststoffartikel

 wie nebenstehenden buttons schon zeigen.

 

Bei den kunststoffartikeln (Plastik) handelt es sich vorwiegend um gehäuse, die selbst entwickelt sind und in eigenen formen gespritzt werden. Aber auch gehäusegriffe und kunststofffüße gehören dazu. Sollten Sie hier besonderen bedarf haben, geben Sie mir nachricht, wir bauen auch die formen selbst.

Mit nebenstehenden klickern (Bausätze, Plastik) kommen Sie in diese abschnitte.

 

Dies ist der ermordete dachdecker auf einem gesims vom Schloss Neuhaus. Seine geschichte:

Da kehrte die jagdgesellschaft zurück, darunter der Baron von Spiegel ohne jagdglück. Man neckte ihn ob seiner schlechten schieß-künste, was ihn zur weißglut brachte. Er hob wütend seine armbrust, zielte auf den dachdecker auf dem schlossdach und schoss ihn kurzerhand tödlich ab. Trotz feudaler vorrechte war er zu weit gegangen, das war mord und von Spiegel musste flüchten. Nach ständigem verbergen und steter flucht wurde er viele jahre später gegriffen und gehängt.

Wenn man gleich hinter dem haupteingang vor der brücke rechts außen ums schloss herumgeht, ist es das letzte gesims vor dem hinteren turm. Dort oben liegt der steinerne dachdecker und beklagt das an ihm begangene verbrechen.

Kurt von Spiegel

O frommer Prälat, was ließest so hoch
Des Marschalks frevlen Mut du steigen!
War's seine Gestalt, deren Adel dich trog,
Sein flatternder Witz unter Bechern und Reigen?
O frommer Bischof, wie war dir zu Mut,
Als rauchend am Anger unschuldiges Blut
Verklagte, verklagte dein zögerndes Schweigen!

Am Wewelsberge schallt Wald-Hurra,
Des Rosses Flanke schäumt über den Bügel,
Es keucht der Hirsch, und dem Edelwild nah,
Ein flüchtiger Dogge, keucht Kurt von Spiegel;
Von Turmes Fahne begierig horcht
Der arme Tüncher, und unbesorgt
Hält in der Hand er den bröckelnden Ziegel.

Da horch! Halali! das Treiben ist aus,
Des Hirsches einzige Träne vergossen,
Ein Hörnerstoß durch das waldige Haus
Vereint zum Geweide die zott'gen Genossen,
Und bald aus der nickenden Zweige Geleit
Die Treiber so stumm, die Ritter so breit
Ziehn langsam daher mit den stöhnenden Rossen. 

Der Spiegel spornt sein rauchendes Tier,
»Verfluchte Canaille, du hast mich bestohlen!«
Da sieht er, hoch an des Turmes Zimier,
Den armen Tüncher auf schwankenden Bohlen.
»Ha,« murrt er, »heute nicht Beute noch Schuß,
Nie kam ich noch wieder mit solchem Verdruß,
Ich möchte mir drüben den Spatzen wohl holen!«

Der Tüncher sieht wie er blinzelt empor,
Und will nach dem ärmlichen Hütlein greifen,
Da sieht er drunten visieren das Rohr,
Da hört er den Knall, und die Kugel noch pfeifen;
Getroffen, getroffen! - er schaukelt, er dreht,
Mit Ziegel und Bohle und Handwerksgerät
Kollert er nieder zum rasigen Streifen

Als träf' ihn selber das Todesgeschoß
So zuckt der Prälat, seine Augen blitzen,
»Marschalk!« stöhnt er, die Stirne wird naß,
Am schwellenden Halse zittern die Spitzen,
Dann fährt auf die Wange ein glühendes Rot,
Und »Marschalk!« ruft er, »das bringt dir den Tod!
Greift ihn, greift ihn, meine Treiber und Schützen!« 

 

Doch lächelnd der Spiegel vom Hengste schaut,
Er lächelt umher auf die bleichen Vasallen:
»Mein gnädigster Herr, nicht zu laut, nicht zu laut,
Eu'r Dräuen möchte im Winde verhallen!«
Dann wendet er rasch, im sausenden Lauf
Durchs Tor und die donnernde Brücke hinauf.
Zu spät, zu spät sind die Gitter gefallen! -

Im » Dome zu Paderborn ist verhallt
Das Sterbegeläute des alten Prälaten,
Und wieder im Dom hat Kapitels Gewalt
Den neuen Beherrscher gewählt und beraten.
Stumm fährt das Gebirg und die Felder hinein
Der neue Bischof zur Wewelsburg ein,
Geleitet von summenden Volkskomitaten.

Und als nun über die Brücke er rollt,
Und sieht die massigen Türme sich strecken,
Wie ihm im Busen es zittert und grollt!
An seiner Inful - o brandiger Flecken!
Des Spiegels Blut in dem Ahnenbaum hell!
Leis seufzet er auf, dann murmelt er schnell:
»Herr Truchseß, laßt unsere Tafel nun decken.«

Es kreisen die Becher beim Böllergeknall,
Die stattlichen Ritter, die artigen Damen,
Sich schleudernd des Witzes anmutigen Ball,
Fast von der Stirne die Falten ihm nahmen;
Da horch! im Flure ein Schreiten in Eil';
Es knarren die Türen, es steht eine Säul',
Der Spiegel, der blutige Marschalk, im Rahmen!

Der Bischof schaut wie ein Laken so bleich -
Im weiten Saal keines Odems Verhallen -
Ans Auge schlägt er die Rechte sogleich,
Und langsam läßt er zur Seite sie fallen.
Dann seufzt er hohl und düster und schwer:
»Kurt! - Kurt von Spiegel, wie kömmst du daher! -
Greift ihn, ergreift ihn, ihr meine Vasallen!«

Kein Sünderglöckchen geläutet ward,
Kein Schandgerüst sah man zimmern und tragen,
Doch sieben Schüsse, die knatterten hart,
Und eine Messe hörte man sagen.
Der Bischof schaut' auf den blutigen Stein,
Dann murmelt' er sacht ins Breve hinein:
»Es ist doch schwer, eine Inful zu tragen!«

Annette Freiin v. Droste-Hülshoff 

Tüncher ist eine ältere bezeichnung für Anstreicher, Maler
Inful ist eine ältere bezeichnung für Mitra = Bischofsmütze.
Breve ist das gebetbuch für das stundengebet der geistlichen (Brevierbeten)

Annettes dichtereische freiheit führte statt zum dachdecker zu einem anstreicher, wenngleich mit dem ziegel in der hand es ein maurer sein könnte. Nach ihr wurde der v.Spiegel nicht geärgert, sondern trug den düsteren grimm in sich, weil er kein jagdglück gehabt hatte. Die armbrust wurde zum schießprügel und zuletzt wurde der v.Spiegel nicht gehängt, sondern erschossen... Das sind varianten der überlieferung. Schließlich hat sie den tatort auf die Wewelsburg verlegt, was aber - das foto zeigt es - nachweislich falsch ist. Zugegeben: die Wewelsburg ist für solche schauergeschichten ein besserer standort... Der Fürstbischof zu Paderborn wohnte aber im Schloss Neuhaus, das einfach zu schön ist für solch schauergeschichten. Und : erinnert  “Es kreisen die Becher beim Böllergeknall” ff nicht irgendwie an den düsteren Belsazar ? (Die Mitternacht zog näher schon...)
Annette reiste über land und sammelte solche sagen und geschichten, die sie dann dichterisch auswertete. Dazu gehört z.b. auch die Novelle “Die Judenbuche”, ein lesenswerter westfälischer krimi... Irgendwie alles finster und schaurig. und man darf nicht vergessen, dass die Ost- und Westfalen (auch die Cherusker) unterstämme der Sachsen sind: Hier wurde die freiheit Germaniens durch völlige vernichtung von drei römischen legionen (20.000 mann) erkämpft. Die Varusschlacht wäre aber eher etwas für leute wie Schiller gewesen, die freiin v. Droste schaute mehr auf familie und stammesebene, sie hatte mehr einzelpersonen und deren schicksal vor augen. Aber allen war der germanisch-westfälische himmel mit seinen düsteren und moorigen wäldern gleichermaßen passende kulisse für das sich unter ihm abspielende menschliche schicksal.  - Das deutlichste bild liefert die Droste mit dem Knaben im Moor (Oh schaurig ist’s übers Moor zu gehen, wenn das Röhricht knistert im Hauche...) Eine mitreißende sprache ! Lies mal und stelle dir das vor ! Besser als fernsehen. Aber ein moor gibt es kaum noch und da knistert auch kein röhricht im windhauch - das haben wir fast alles schon zubetoniert und da stehen heute straßenlaternen.

Und noch mehr “leider” - mit elektronik hat das nichts zu tun. Pech für die elektronik...
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